Bieste ist ein Ortsteil von Rieste, Neuenkirchen-Vörden, Deutschland. Historisch belegt ist Bieste im Osnabrücker Urkundenbuch (Regesta-Imperii) erstmals 1124 mit dem Namen „Biest“.
Die Landeshoheit über Bieste war über Jahrhunderte umstritten, eine Grenzziehung gab es jedoch nicht. Ursprünglich gehörte die ungeteilte Bauernschaft Bieste zum Kirchspiel Neuenkirchen und somit zum Bistum Osnabrück. Die weltliche Herrschaft wurde zeitweise nebeneinander von den Bischöfen in Osnabrück und Münster ausgeübt.
Mit der Aufhebung der geistlichen Fürstentümer (Säkularisation 1802/1803 wurden die Osnabrücker Untertanen zu Hannoveranern und die Münsterischen Untertanen zu Oldenburgern. 1817 lösten der Herzog von Oldenburg und der Kurfürst von Hannover die Bischöfe in Osnabrück und Münster als Landesherren ab und vereinbarten schließlich eine Teilung der Bauernschaft Bieste.
Die Einwohner waren zum einen Teil Untertanen des Osnabrücker Bischofs und zum anderen Teil Untertanen des Bischofs von Münster. Kirchlich gehörte Neuenkirchen und damit Bieste zum Bistum Osnabrück.
Der weltlichen Teilung folgte, was für die Einwohner damals wahrscheinlich noch schmerzlicher war, eine kirchliche Teilung. Bieste i.H. wurde vom alten Kirchspiel abgetrennt. Die katholischen Einwohner wurden Lage und die evangelischen Vörden zugeteilt. Sie blieben jedoch dem Bistum Osnabrück zugeordnet. Dagegen verlor das restliche Kirchspiel Neuenkirchen seine alte Osnabrücker Verbindung. Die katholische Kirchengemeinde Neuenkirchen wurde der Diözese Münster eingegliedert; die evangelische Kirchengemeinde wurde Teil der Landeskirche Oldenburg.
Heute gehört Bieste i.H. (in Hannover) zur Gemeinde Rieste im Landkreis Osnabrück und Bieste i.O. (in Oldenburg) zur Gemeinde Neuenkirchen-Vörden im Landkreis Vechta.
Die Teilung ist geblieben, die alten gewachsenen Beziehungen innerhalb der Bauernschaft sind aber damit nicht verloren gegangen. 1999 haben Bieste i.H. und Bieste i.O. ein gemeinsames Ortsjubiläum gefeiert. Anlass war eine urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1124.
Bieste ist sicherlich schon sehr viel älter. Aus Urnenfunden geht hervor, dass hier bereits vor etwa 2500 Jahren eine Ansiedlung gewesen sein muss. Weitere Spuren der Vergangenheit lassen sich aus den Besiedlungsformen entnehmen. Sie führen in die sächsische Zeit des Mittelalters (600-800 n.Chr.).
Besondere Bedeutung für den Ort hatten das Freigericht und die Horneburg. Durch das Freigericht blieben mehrere Höfe in Bieste vor der früher üblichen und bis ins 19. Jahrhundert reichenden Hörigkeit bewahrt. Die Horneburg war ein bedeutsamer Adelssitz. Er wurde im 13. Jahrhundert von der Familie von Horne begründet. Ein Sohn dieser Familie war Dietrich von Horne. Er war im 14. Jahrhundert Bischof von Osnabrück und hatte maßgeblichen Anteil an der inneren und äußeren Festigung des Fürstbistums. Der alte Adelssitz ist im 19. Jahrhundert untergegangen. Die Gebäude sind völlig verschwunden. Reste der alten Toreinfahrt befinden sich noch vor der Kapelle in Bieste i.H., die 1926 gebaut und 1927 geweiht werden konnte.
Bieste war und ist eine Bauernschaft die durch ihre Lage stark geprägt ist. Viele Familien, die heute noch in Bieste leben, haben eine über Jahrhunderte zurückreichende Vergangenheit in Bieste und viele Familienmitglieder haben Bieste, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, Richtung Amerika und anderen Ländern verlasse, um sich eine neue Existenz aufzubauen.
Quelle: 875 Jahre Bieste
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